Gut zu wissen

Ein Artikel von Angelika Kraft | 09.01.2019 - 15:30

Der Österreichische Bauernbund setzt mit seiner Unterschriftenaktion GUT ZU WISSEN ein klares Zeichen für eine unverzügliche Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in Österreich. Für die bäuerlichen Lebensmittelproduzenten in Österreich ist es eine der Überlebensfragen, dass Konsumenten bevorzugt heimische Produkte kaufen. Dabei soll sie sicher sein können, dass auch Österreich drinnen ist, wo Österreich draufsteht. Voraussetzung dafür ist eine transparente und verpflichtende Herkunftskennzeichnung, wie sie im aktuellen Regierungsprogramm bei Milch- und Fleischerzeugnissen sowie Eiprodukten vereinbart wurde. Zusätzlich fordert der Österreichische Bauernbund, dass auch in der öffentlichen und privaten Gemeinschaftsverpflegung die Herkunft der Lebensmittel verpflichtend angegeben wird. Restaurants und Gasthäuser können freiwillig daran teilnehmen. Das Vorbild dafür ist die seit 1996 gesetzliche Kennzeichnung in der Schweiz, die einfach und unbürokratisch funktioniert: Auf Aushangtafeln, elektronischen Anzeigetafeln, Wochen-Menüplänen oder als Beiblatt in der Speisekarte.

Warum, wie & was?
Warum und wozu Herkunftskennzeichnung?
Weil die Konsumenten ein Recht haben zu wissen, was sie essen. Eine verbesserte Transparenz hilft den Konsumenten zu entscheiden, was Sie kaufen.

Warum Milch-, Fleisch- und Eiprodukte?
Weil die Konsumenten gerade bei weniger verarbeiteten Produkten wissen wollen, wo die Zutaten her sind. Und speziell bei tierischen Produkten ist dieser Wunsch noch höher.

Was ist Herkunftskennzeichnung bei Milch-, Fleisch- und Eiprodukten?
Es geht um die Herkunftsangabe der Hauptzutat, nicht aller Zutaten. Hauptzutat bedeutet: mehr als 50 Prozent des Gewichts eines Milch-, Fleisch- oder Eiprodukts. Die Herkunftsangabe des fertigen Lebensmittels ist von der EU bereits geregelt.

Wie soll die Herkunft angegeben werden?
Durch eine Klammerangabe bei der Hauptzutat im Zutatenverzeichnis oder in unmittelbarer Nähe. Wenn das AMA-Gütesiegel verwendet wird, entfällt eine zusätzliche Herkunftsangabe der Hauptzutat im Zutatenverzeichnis.

Warum bei Eiprodukten auch die Haltungsform?
Tierwohl wird für die Konsumenten immer wichtiger. Gerade bei verarbeiteten Eiern ist der Unterschied zwischen der immer noch erlaubten Käfighaltung in manchen EU-Mitgliedsstaaten und den tierfreundlicheren Haltungsformen wie der Boden- und der Freilandhaltung sehr groß.

Welche Produktgruppen sollen eine verpflichtende Herkunftsangabe aufweisen?
Nur verpackte Lebensmittel wie Fleischerzeugnisse (Würste, Schinken, Speck, Fertigschnitzel), Milchprodukte (Butter, Topfen, Käse) und Eiprodukte (Flüssigei, Trockenei, Jausen-/Ostereier).

Warum auch Fleisch und Eier in der Gemeinschaftsverpflegung?
Während einer Woche werden täglich über zwei Millionen Mahlzeiten außer Haus eingenommen: am Arbeitsplatz, in Schulen und Universitäten. In Spitälern, Altersheimen und anderen öffentlichen Einrichtungen kann man sein Essen nicht selber aussuchen.

Wie soll das in der Gemeinschaftsverpflegung umgesetzt werden?
Durch eine einfache Information (z.B. einen Aushang oder ein Infoblatt) in der angegeben wird, wo das Fleisch für Fleischgerichte und die Eier (dazu gehören auch Eiprodukte) herkommen. Bei Eiern soll auch die Haltungsform angegeben werden.