Helfen Sie dem „Nationalpark Garten“ beim Wachsen!

Ein Artikel von Dominik Linhard, Initiator des Nationalpark Gartens (gekürzt) | 31.07.2019 - 10:19

Wenn Sie schon einen naturnahen Garten besitzen oder auf dem Weg dorthin sind, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Durch intensive Landwirtschaft, das Verbauen von wertvollen Flächen, eine allgegenwärtige nächtliche Lichtverschmutzung sowie die rigorose Grünraumpflege in Gemeinden und in privaten Gärten kann sich die Natur heutzutage kaum noch wirklich entfalten.

Das aktuelle großflächige Insektensterben, aber auch der Rückgang der Vögel, Fledermäuse, Frösche und vieler anderer Tiere ist eine direkte Folge des Verlusts ihrer Lebensräume. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir alle gemeinsam wieder mehr Rückzugsorte für die Natur schaffen.

Was ist der „Nationalpark Garten“?

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat deshalb den Nationalpark Garten ausgerufen und möchte gemeinsam mit Ihnen – den österreichischen Gärtnern und Gärtnerinnen – ein landesweites Netzwerk an Naturoasen, als Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Co., schaffen.

Wie kann ich mitmachen?

Durch den Eintrag Ihrer naturnah gestalteten Gartenflächen in eine interaktive Karte auf www.nationalparkgarten.at helfen Sie dem Nationalpark Garten beim Wachsen und machen Ihr Engagement sichtbar. Auch Kleingarten- und Siedlervereine sowie ganze Gemeinden können mitmachen.

Wie wird mein Garten zum „Nationalpark Garten“?

Grundsätzlich gelten die Kriterien des ökologischen Gärtnern, das heißt: keine Pestizide, keine synthetischen Mineraldünger („Kunstdünger“) und kein Torf in Gartenerden.

Nach Recherchen von GLOBAL 2000 werden in Österreich pro Jahr mehr als 700 Tonnen Pestizidprodukte an Privatpersonen verkauft, diese Mittel sind nicht nur für die sogenannten Schädlinge giftig, sondern auch für Bienen, Marienkäfer, Regenwürmer und alle anderen Nützlinge. Bei der Herstellung von Kunstdünger werden sehr viel fossile Energie und begrenzte mineralische Rohstoffe verbraucht, außerdem haben die einzelnen Bestandteile meist sehr weite Transportwege hinter sich, bevor sie zu Ihnen in den Garten kommen. Torf ist im Naturgarten unerwünscht, weil für den Torfabbau wertvolle Moore zerstört werden, die selbst seltene Lebensräume sind und Heimat vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Außerdem treibt der Torfabbau den Klimawandel weiter voran, denn dabei werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt.

Neben dem Verzicht auf die genannten Dinge ist das klare Ziel der Initiative „Nationalpark Garten“ die Förderung der Flora und Fauna. Dazu gibt es natürlich viele Wege, von der (Wild-)Blumenwiese über heimische Gehölze bis hin zum ungemähten „Wilden Eck“, wo einfach der Natur freien Lauf gelassen wird. Gerade die ungestörten Plätze, wo z. B. nur alle zwei Jahre gemäht wird, sind überlebenswichtig für Tiere mit langen Entwicklungszyklen wie z. B. die Schmetterlinge. Diese entwickeln sich aus Eiern, zuerst zu Raupen (wo sie auch noch mehrere Stadien durchmachen), dann zu Puppen und erst danach zu den ausgewachsenen Faltern. Sie brauchen deshalb viel Zeit, sich zu entwickeln. Beim Mähen wird oft eine ganze Generation vernichtet.

Neben den Pflanzen als Nahrungsgrundlage profitieren viele Tiere von naturnahen Strukturen als Lebensräume und Verstecke, diese brauchen gar nicht viel Platz, haben aber eine große Wirkung. Solche Strukturen sind z. B. Steinhaufen, Laub- und Reisighaufen, Totholz und abgestorbene Pflanzenstängel oder offene Bodenstellen. Wenn Sie ein Herz für Bienen haben, achten Sie darauf, dass Ihr Rasen nicht zu dicht ist, denn von den ca. 700 heimischen Wildbienenarten lebt die Hälfte unterirdisch im Boden. Sie können natürlich auch selbst nachhelfen und Nisthilfen für Wildbienen, Vögel, Ohrwürmer und andere Tierchen basteln.

Ein wichtiger Punkt beim naturnahen Garteln, der öfter vergessen wird, ist darauf zu achten, dass in der Nacht der Garten nicht unnötig beleuchtet wird. Alleine in Österreich sterben nach vorsichtigen Schätzungen pro Jahr mehr als eine Milliarde Schmetterlinge durch nächtliche Beleuchtung. Die Tiere werden vom Licht magisch angezogen, können sich nicht mehr auf die Nahrungssuche konzentrieren und werden zur leichten Beute für Fressfeinde. Deshalb im naturnahen Garten die Außenbeleuchtung nur einschalten, wenn wirklich nötig. Generell sind  LEDs besser als andere Leuchtmittel und warmes Licht besser als kaltweißes oder blaues Licht.


Infos:  www.nationalparkgarten.at

Biogärtner Karl Ploberger über die Initiative „Nationalpark Garten“:

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