Arbeitsprogramm für klimafitte Land- und Forstwirtschaft

Ein Artikel von Bauernbund (bearbeitet für av-medien.at) | 06.09.2019 - 11:54
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v.l.: Moosbrugger, Köstinger und Strasser präsentieren das neue Arbeitsprogramm © Bauernbund/Paul Gruber

Unsere Bauernfamilien stehen vor der größten Klimaveränderung aller Zeiten. Die Dramatik in der Land- und Forstwirtschaft nimmt täglich zu. Wir brauchen einen ganzheitlichen Umbau des Energiesystems in Richtung Erneuerbare Energien und gezielte Lenkungsmaßnahmen. Nur mit geeinten Kräften können wir diese generationenübergreifende Mammutaufgabe stemmen“, so Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Bundesministerin a.D. Elisabeth Köstinger und der Präsident der Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger am Bauerntag der Rieder Messe unisono. Wie eine Anpassung ans Klima funktionieren kann, soll eine von Experten erarbeitete Agenda aufzeigen. Sie dient als Fahrplan für die kommenden Jahre und gibt der Agrarpolitik klare Ziele und Maßnahmen vor. 

Bauern müssen entlastet werden

„Unsere Werkstatt ist unter freiem Himmel. Uns trifft der Klimawandel zuerst. Daher müssen wir auch die Ersten sein, die sich klug dem Klima anpassen. Die Land- und Forstwirtschaft bietet nachhaltige Lösungen.“, sieht Strasser die heimische ökosoziale Agrarpolitik als Schlüssel zum Erfolg. Das künftige Agrarbudget darf deshalb nicht geringer ausfallen als bisher. Als Beitrag zur Verbesserung der angespannten Situation sieht Strasser die geplanten Steuer-Entlastungen: „Wir wollen die Beiträge für die Krankenversicherung senken und einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge rückerstatten. Weitere Schritte muss die künftige Bundesregierung unbedingt in Angriff nehmen.“

Regionalität statt Fleischsteuer

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© AMA Marketing

„Niemand hat etwas davon, wenn Fleisch teurer wird, die Bäuerinnen und Bauern davon aber nichts haben, weil sie keinen besseren Preis für das Fleisch bekommen.“, so Köstinger in Hinblick auf die momentan diskutierte Fleischsteuer. „Die beste Maßnahme für den Klimaschutz sind nicht neue Steuern, sondern der Kauf heimischer Produkte. Diese haben die beste CO2-Bilanz und müssen nicht tausende Kilometer zurücklegen, bis sie bei den Konsumenten sind.“ Dementsprechend klar ist Köstingers Haltung auch zum Mercosur Abkommen. Aus ihrer Sicht kommt eine Zustimmung Österreichs nicht in Frage. Im Klimaschutz sieht Köstinger die Land- und Forstwirtschaft als Teil der Lösung: „Die Biomasse ist sowohl bei der Wärme-, als auch bei der Stromproduktion ein wichtiger Faktor, der klimaschonend wirkt und die Emissionen senken wird."

Klimaschutz-Paket für neue Bundesregierung

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Der Borkenkäfer verursacht immense Schäden. © Shutterstock

Obwohl heute niemand mehr den Klimawandel leugnet, weiß doch kaum jemand, wie extrem die Bauern tatsächlich davon betroffen sind. „Denn Dürre und Schädlinge wirken sich unmittelbar negativ auf das Einkommen von Landwirten aus und auch die Forstwirte stehen vor einer noch nie dagewesenen Katastrophe: Borkenkäfer, Sturm und Schneedruck haben 2018 und heuer zu Rekordschäden geführt. Das kann so nicht weiter gehen. Daher haben wir eine Reihe von Lösungsansätzen ausgearbeitet und diese für die nächste Bundesregierung in einem Klimaschutz-Paket gebündelt.“, so LK-Präsident Moosbrugger. Er will keine Fleischsteuer, sondern Klimazölle im internationalen Handel. Außerdem plädiert er für eine komplette Umstellung von fossilen auf erneuerbarge Energieträger. Weiters zeigt die Acker- und Grünland-Strategie Wege auf, wie Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln nachhaltig sichergestellt werden kann.